Liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt,
sie sind aufgerufen, am 7. Juni einen neuen Stadtrat zu wählen.
In den letzten Tagen und Wochen habe ich zahlreiche Gespräche zu diesem Thema mit Menschen in dieser Stadt geführt. Immer wieder traf ich auf Aussagen wie. “Ich gehe nicht mehr wählen!”, “Lass mich mit dem Sch*** in Ruhe!”, “Das bringt doch nichts.” oder “Auch Du kannst da nichts dran ändern.”
Das macht mich für die Wahlbeteiligung nicht gerade optimistisch. Das macht mich auch nachdenklich, wie ich als “Hobby”-Poiltiker (ich sage da oft: “zwischen Feierabend und Müde werden”) meine Mitbürger erreichen kann.
Wenn Sie am Sonntag die Wahl haben, dann entscheiden Sie, welche 28 der 60 Kandidaten in den nächsten fünf Jahren die Entscheidungen für unsere Stadt treffen. Diese 28 Vertreter haben in den letzten Jahren z.B. entschieden, dass die Alte Brücke eine Fußgängerzone wird, dass das Kaufland gebaut wird, welche Straßen ausgebaut werden, wo welche bauliche Nutzung entstehen soll, welche Grundschulen und Kindertageseinrichtung saniert werden soll, usw. usf…
Sie sehen, diese 28 Menschen, die ab Juli 2009 im neuen Stadtrat sitzen werden, haben schon einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Gestaltung unserer unmittelbaren Lebensmitte. Und Sie, liebe Wählerinnen und Wähler, haben es in der Hand, aus der Kandidatenliste diejenigen 28 Personen auszuwählen, die das am besten können. Deshalb:
Gehen Sie am 7. Juli zur Wahl !
Eines der oben zitierten Argumente war ja, “dass auch ich da nichts dran ändern kann”. Das stimmt ja auch zum Teil. Daher definieren wir von der UWZ als unser oberstes Wahlziel:
Wir müssen die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat grundlegend ändern !
Nach der Wahl 2004 war die CDU die stärkste Kraft im Stadtrat. Aber eine personell immer stärker werdende FDP hat nach und nach die Geschicke in die Hand genommen. Das führte dazu, dass die verwaltungskritischen Kräfte immer weiter in die “Opposition” gedrängt wurden. Dabei wird die FDP auch von anderen Fraktionen gestützt. Und aus unserer Sicht ist die FDP, anders als auf ihren Wahplakaten zu lesen, nicht “offen für neues”, sondern hat gerade im Bereich der Wirtschaftsförderung mehr verhindert als bewegt.
In der Presse war zu lesen, dass die LINKE unsere Fraktionsgemeinschaft verlassen hat, weil sie sich nicht ausreichend vertreten gefühlt hat und eigenes Profil zeigen wollte. Das kann ich so nicht nachvollziehen. Die LINKE stellte mit fünf Mitgliedern 50% unserer Fraktionsgemeinschaft. Wer sich da nicht ausreichend einbringt, ist selber Schuld. Und eigenes Profil kann ich inzwischen beim besten Willen nicht erkennen. Es macht eher den Eindruck, als wäre die heutige Fraktion der LINKEN Mehrheitsbeschaffer für die FDP. (das werden die Kollegen und Kolleginnen natrülich anders sehen, ist schon klar…)
Parteiungebundene Politik ist im Stadtrat möglich. Dafür stehen wir als UWZ seit fünf Jahren. Daher sehen wir auch die Wählerliste Sport kritisch. Ohne die Kandidaten zu kennen bzw. ihre praktische Erfahrung in täglicher Stadtratsarbeit, möchte ich jedoch bezweifeln, dass die Beschränkung auf das Thema “Sport” uns Zerbster grundlegend weiterbringt. Wie bereits oben beschrieben, besteht Stadtratsarbeit aus zahlreichen Themengebieten wie z.B. Stadtentwicklung, Verkehrsplanung, Wirtschaftsförderung usw. Ob die Kandadaten der WLS da wirklich ausreichende Sachkompetenz mitbringen, das muss sich gegebenenfalls noch zeigen.
Wir als UWZ werden im neuen Stadtrat aktiv, engagiert und kritisch mitwirken. Wir werden mit allen Fraktionen, die diese Auffassung teilen, konstruktive Gespräche führen. Für eine “Mehrheit jenseits der FDP” können das nach heutiger Sicht CDU, SPD und die GRÜNEN sein. Die bisherige Arbeit der anderen Fraktionen betrachten wir, wie Sie meinen Ausführungen entnehmen konnten, eher kritisch.
Aber nach dem 7. Juni werden sehen, wer die Geschicke unserer Heimatstadt führen wird.
Im Namen meiner Mitstreiter appeliere ich daher nochmals: Sie, liebe Wählerinnen und Wähler haben es in der Hand:
Gehen Sie zur Wahl !
Und dabei wünsche ich Ihnen eine glückliche Hand.
Herzlichst, Ihr
Hans Ulrich Müller
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